BlackBerry vor dem Aus? Wie Unternehmen sich auf das Ende vorbereiten sollten

Die langjährige Institution im Bereich Enterprise Mobility, BlackBerry, steht vor dem Zusammenbruch. Aktuell werden Gespräche mit potentiellen Käufern geführt, die über das Schicksal des einstigen Marktführers entscheiden sollen. Auch wenn BlackBerry seine treuen Kunden mit einem offenen Brief zu beschwichtigen versucht, wird eine Aufspaltung der einzelnen Geschäftsbereiche immer wahrscheinlicher.[1] Durch viele Fehlentscheidungen wurde BlackBerry innerhalb kürzester Zeit vom Innovationsführer zum Nachzügler.[2] Auch die schlechten Verkaufszahlen der BlackBerry Z10 Geräte setzen dem Konzern schwer zu. Laut einer Unternehmensbefragung von Gartner sind 24% der Smartphones in Unternehmen BlackBerrys (Stand: 09/2013). Für das Jahr 2016 erwarten die Befragten jedoch lediglich einen Anteil von 9%.[3]  Doch was bedeutet dies für die vielen Unternehmen, die nach wie vor BlackBerry-Lösungen im Einsatz haben?

1. Mobile Strategie

Es ist allerhöchste Zeit eine mobile Strategie zu entwickeln oder die bestehende Strategie an die aktuelle Marktsituation anzupassen. Selbst wenn sich ein Käufer für den angeschlagenen Konzern findet, so bleibt es höchst fraglich, ob das Unternehmen in den kommenden Jahren weiter eigene Geräte produzieren wird, oder welche Geschäftsbereiche überhaupt weiter bestehen bleiben. Daher liegt es nahe, dass sich Unternehmen schon jetzt über mögliche Alternativen informieren. Eine zentrale Frage sollte hierbei sein: „Auf welche BlackBerry Features kann mein Unternehmen nicht verzichten?“. Zusätzlich sollten Unternehmen sich überlegen, ob man auf Bring Your Own Device (BYOD), Corporate-owned Devices (COD) oder auf beide Strategien parallel setzt.

2. Mobile Device Management

Auch wenn der Support und die Entwicklung des BlackBerry Enterprise Servers (BES) weitergeführt werden, so bleibt es dennoch unklar, wie stark die Unterstützung von anderen Gerätetypen in Zukunft vorangetrieben wird. BlackBerry bietet zwar mit „Mobile Fusion“ die Möglichkeit, gängige Gerätetypen wie Android und iOS anzubinden, doch eine Unterstützung von Windows Phone fehlt bisher. Bei den Features des Mobile Device Managements (MDM) für Android und iOS läuft BlackBerry der Konkurrenz weiter hinterher. Daher sollte neben der Auswahl eines geeigneten Gerätetyps auch die Auswahl eines passenden MDM berücksichtigt werden.

3. Mobile Security

Mobile Security ist nach wie vor ein Hauptargument für den Einsatz von BlackBerry Geräten. Obwohl iOS, Android und Windows Phone in den letzten Versionen Fortschritte gemacht haben, so sind sie immer noch weit von den Möglichkeiten, die BlackBerry bietet, entfernt. Neben Features wie Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und die Unterstützung von Policies sind vor allem der sichere Transport von E-Mails und BlackBerry Messenger (BBM) Nachrichten über die BlackBerry Infrastruktur ein schlagendes Argument für die Verwendung von BlackBerrys. Hier gilt es daher abzuwägen, welche Security Features als „must have“ angesehen werden und auf welche eventuell verzichtet werden kann. Zwar wurde der BBM-Client für Android und iOS Ende September veröffentlicht, jedoch stellte sich dieser als fehlerhaft heraus.[4] Es bleibt daher unklar, ob man weiter auf den BBM als sicheren Instant Messenger bauen kann, oder sich auch hier um eine geeignete Alternative umschauen muss.

4. Apps

Ein Grund warum BlackBerry hinter seinen Konkurrenten zurück blieb war das schlechte App Angebot. Dennoch haben etliche Firmen bereits eigene BlackBerry Apps in Verwendung, um Unternehmensdaten auch mobil verfügbar zu machen. Mit dem baldigen Erscheinen von BlackBerry 10.2 wird auch die Unterstützung für Android Apps weiter ausgebaut. So ist es in Zukunft möglich, auch Android 4.2.2 (Jelly Bean) Apps auf BlackBerrys zu benutzen.  Ein weiterer Schritt in Richtung Android Unterstützung stellt auch die erst kürzlich veröffentlichte Betaversion der „BlackBerry Tools for Android Development 2.0“ dar.  Dadurch ist es Entwicklern von Android Apps möglich diese für BlackBerry 10 Geräte zu bauen, testen und debuggen.[5] Daher sollte bei der Ausrichtung der mobilen Strategie auch beachtet werden, dass wichtige Apps auf der Alternativ-Plattform bereits verfügbar sind, oder sich unter dem jeweiligen Betriebssystem realisieren lassen. Im Markt hat sich hierfür in den letzten Jahren sehr viel getan und es stehen diverse Cross-Plattform-Ansätze und Mobile Application Development Lösungen zur Verfügung.

Ruhe bewahren, aber nach Alternativen Ausschau halten

Zunächst geht es aber darum nicht überstürzt zu handeln. Jedes Unternehmen, welches noch BlackBerry Produkte im Einsatz hat, sollte sich sehr genau überlegen, ob es sich um kritische Komponenten handelt und welche Alternativen der Markt hergibt.  Ob eine frühzeitige Umstellung notwendig ist, oder ob ein fließender Übergang hin zu einem neuen System ausreicht, muss eine Analyse der Infrastruktur zeigen. Unternehmen sollten sich bereits jetzt informieren, um gegebenenfalls für den Eintritt des Worst-Case-Szenarios vorbereitet zu sein.[6]

Quellen:
[1] CIO: Open Letter to Customers: ‚You Can Continue to Count on BlackBerry‘

[2] THE GLOBE AND MAIL: Inside the fall of BlackBerry: How the smartphone inventor failed to adapt

[3] Gartner: BlackBerry Announcements Require Enterprises to Take Action

[4] ZDNet: BlackBerry’s BBM hiccups pull down consumer confidence

[5] DevBlog BlackBerry: Just Posted: BlackBerry Tools for Android Development 2.0 Beta

[6] CITE World: Five things you must do to prepare for the end of BlackBerry

2 Gedanken zu „BlackBerry vor dem Aus? Wie Unternehmen sich auf das Ende vorbereiten sollten

  1. Manuel Sosna

    Tja, leider nur ein oberflächlicher Artikel, der auf der Stimmungslage der Presse aufsetzt.
    Über die Zukunft von BlackBerry gibt es nur Gerüchte und es sei Ihnen verziehen, als Nicht-Journalist, dass Sie auf diese Stimmungslage ungeprüft aufsetzen.
    Wenn Sie recherchierte Details haben möchten, können Sie sich gerne melden.
    Ich denke es wird auch kommerzielle Hintergründe zu Ihrem Blog geben.

    Grüße

    1. Daniel Kästle

      Zunächst vielen Dank für das Feedback. Die Stimmungslage in der Presse ist in der Tat bis auf wenige Ausnahmen sehr eindeutig. Jedoch lässt sich auch der Personalabbau von 40% und die Suche nach einem Käufer schwer von der Hand weisen. Wie es mit BlackBerry weiter geht ist sicherlich eine interessante Frage die wohl aktuell auch in vielen Firmen heiß diskutiert werden dürfte. Eine Einschätzung Ihrerseits (oder die Ihrer Firma), zu der aktuellen Lage und wie Unternehmen die noch auf die BlackBerry Infrastruktur setzen damit umgehen sollte, würde mich sehr interessieren. Über einen Austausch zu der beschriebenen Thematik würde ich mich freuen.

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