BYOD, COPE, COD – was passt zu ihrem Unternehmen?

BYOD, COPE und COD sind Begriffe mit denen man immer wieder konfrontiert wird, wenn man sich über die Planung und Umsetzung einer mobilen Strategie informiert. Doch oft ist unklar, was sich dahinter verbirgt und welche Auswirkungen eine Umsetzung mit sich bringt. Wie bereits im Beitrag Beyond Apps – Mobile Enterprise Strategies erörtert, stellt der Einsatz einer einzigen App noch keine vollständige mobile Strategie dar, sondern zusätzlich spielen Rahmenbedingungen wie unterstütze Geräte und Fragen bezüglich des Eigentumsrechts eine große Rolle. Im Rahmen der mobilen Strategie, die auch schon in unserem Enterprise Mobility Whitepaper beleuchtet wurde, sollten sich Unternehmen daher auch überlegen, welche Geräte sie unterstützen möchten und wie sie hierfür den Prozess gestalten. Man muss sich nicht zwingend auf die Umsetzung eines Modells versteifen, sondern kann durchaus auch mehrgleisig fahren. Allerdings nur, insofern dies durch eine geeignete Strategie und technische Umsetzung unterstützt wird.

Status Quo

Nach dem klassischen Ansatz werden Geräte vom Unternehmen zentral beschafft und auch verwaltet. Private Daten und Anwendungen auf dem Gerät zu verwenden ist meist unerwünscht oder gar verboten. Dieses Vorgehen ist bekannt als Corporate-owned-Device (COD) und war das bestimmende Modell, welches die meisten Firmen bisher verfolgt haben. Die Hoheit liegt somit im vollen Umfang beim Arbeitgeber, was einen tiefen Eingriff und genaue Kontrolle über die Benutzung der Geräte ermöglicht. Dies erlaubt Firmen Policies und technische Maßnahmen zu definieren, welche auf dem jeweiligen Gerät erlaubt sind. Diese Einschränkungen haben allerdings auch dazu geführt, dass Mitarbeiter täglich mehrere Geräte bei sich haben, da sie den Komfort ihres privaten Endgeräts oft nicht missen wollen. Da jedoch der Bedarf an mobilen Endgeräten stark zugenommen hat, weil Berufs- und Privatleben immer weiter miteinander verschmelzen, ist dieser Ansatz nicht mehr zeitgemäß.

BYOD, Hype oder Realität?

Bring-your-own-Device (BYOD) war gerade in letzter Zeit der Begriff schlechthin, wie ein Blick auf Google Trends verrät. Viele Unternehmen sind bereits auf diesen Zug aufgesprungen, in der Hoffnung Kosten zu sparen oder den Erwartungen der Mitarbeiter gerecht zu werden.[1] Jedoch hat sich gezeigt, dass BYOD auch etliche Herausforderungen mit sich bringt. Das Unterstützen von vielen verschiedenen Gerätetypen und Betriebssystemen stellt aufgrund der zunehmenden Komplexität eine zentrale Herausforderung dar. Dies spiegelt sich nicht nur in einer größeren technischen Komplexität wieder, sondern wird spätestens bei der Abrechnung und der Haftungsfrage klar. Darüber hinaus tun sich Unternehmen meist schwer, da sie aufgrund diverser Compliance Anforderungen nur eingeschränkt Kontrolle über die Geräte, Anwendungen und Daten ausüben können. Viele Arbeitnehmer schreckt jedoch ein BYOD Einsatz ab. Meist sind sie sich im Unklaren darüber auf welche Informationen der Arbeitgeber, auf dem privaten Gerät, Einblick erhält und sehen somit ihre Privatsphäre in Gefahr.[2] Daher ist es vor allem wichtig eine Policy zu definieren, in welcher diese Punkte klar und eindeutig geregelt sind. Jedoch hat es sich damit noch nicht erledigt. Es gilt auch diese Policy gegenüber den Mitarbeitern unmissverständlich zu kommunizieren und gegebenenfalls Schulungen und Informationen anzubieten, um den Umgang mit dem privaten Gerät im Unternehmenskontext darzustellen.
ZDNet berichtet, dass laut einer TechRepublic Erhebung 62% der befragten Unternehmen BYOD bis zum Ende des Jahres unterstützen wollen. Doch ist dies wirklich so alternativlos wie der Report suggeriert?[3]

COPE, die Alternative?

Der Trend Corporate-owned-personally-enabled (COPE), oder auch Choose-your-own-Device (CYOD), versucht hier eine Brücke zwischen dem BYOD Ansatz und dem klassischen COD Modell zu bauen. Hierbei wird das Gerät zentral beschafft und ist somit Eigentum des Unternehmens. Der Mitarbeiter hat dann die Möglichkeit das jeweilige Gerät auch für private Anwendungszwecke einzusetzen, jedoch liegt die Hoheit beim Arbeitgeber. Die Vorteile des Ansatzes liegen klar auf der Hand. Durch COPE kann die Anzahl an erlaubten und unterstützen Endgeräten stark eingeschränkt werden. Dies und die Tatsache, dass das Gerät Unternehmenseigentum ist, ermöglicht eine einfachere Verwaltung und eine klarer definierte Haftungslage. Allerdings ist ein COPE Ansatz nur so gut wie die Policy von welcher es begleitet wird.[4] Ein Nachteil des Modells sind jedoch die entstehenden Kosten durch die Geräteanschaffung. Dies kann jedoch mitigiert werden, indem man sich auf einige Hersteller, Modelle und Plattformen beschränkt. Dadurch ist es möglich Geräte zu besseren Konditionen anzuschaffen und Kosten beim Mobile Device Management (MDM) oder der App-Entwicklung einzusparen.

Quellen:
[1] SearchConsumerization: BYOD pros and cons: Spend less on devices, more on support

[2] MobileIron: Privacy in a BYOD World

[3] ZDNet: Unavoidable: 62 percent of companies to allow BYOD by year’s end

[4] Enterprise AppsTech: COPE vs BYOD: Which is better for you?

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