Der Einfluss von Wearables auf Enterprise Mobility

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Erst kürzlich veröffentlichte Google sein neues Betriebssystem Android Wear, ein abgewandeltes OS, welches an den Smartphone-Vorreiter angelehnt ist. Der Hype der sogenannten „Wearables“ scheint unaufhaltbar. Auf den ersten Blick möchte man meinen, diese mobilen Endgeräte zielen nur auf den Konsumenten-Markt ab, allerdings eröffnet dieser neue Technologietrend auch Chancen und Möglichkeiten für Unternehmen. Wearables könnten Enterprise Mobility revolutionieren oder auch nur ein weiteres Sicherheitsrisiko für Unternehmen darstellen.

Was versteht man unter Wearables?

Das Buzzword „Wearable“ ist eine Ableitung von Wearable Computing, sprich tragbaren Computersystemen. Es handelt sich also um miniaturisierte Computersysteme, die am Körper des Benutzers befestigt beziehungsweise getragen werden. Ob dies nun am Handgelenk in Form einer Smartwatch oder als Head-Mounted Display geschieht, wird vom Begriff nicht vordefiniert. Die Möglichkeiten sind zahlreich.
Bekannt wurde der Begriff durch Produkte wie Google Glass, Pebble Smartwatch oder Samsung Galaxy Gear. Google Glass bietet die Möglichkeit, das Sichtfeld des Benutzers mit virtuellen Informationen zu erweitern (Augmented Reality) und diese über eine Sprachfunktion zu steuern. Bei Pebble und Samsung Galaxy Gear handelt es sich um Smartwatches, welche sich mit dem Smartphone synchronisieren und diverse Informationen anzeigen oder entgegennehmen können. Spekulationen zu Folge soll auch Apple sein neues Flaggschiff, die iWatch, in absehbarer Zeit vorstellen.[1]

Die Vorteile locken, jedoch nicht ohne Risiken

Jeder Endnutzer mit einer Affinität für Enterprise Mobility kann sich die Vorteile von Wearables ausmalen und täglich kommen neue Ideen und Use-Cases dazu. Das Fachgebiet steckt noch in Kinderschuhen und wartet darauf durch Innovationen zu reifen.
Sicherheitsfragen, die dabei leider meist außer Acht gelassen werden, sind beispielsweise die ständige Konnektivität zur Cloud. Erst hierdurch können mobile Endgeräte wie Google Glass die gewünschte User Experience liefern, die sonst technisch noch nicht realisierbar wäre. Die wahrgenommene Realität wird also digitalisiert und wandert einen, dem User oft nicht bekannten Weg durch das Netz. Was geschieht, wenn in einem wichtigen Meeting ein Hacker sich Zugang zum aktuellen Sichtfeld des Benutzers macht oder angezeigte Daten verfälscht? Der dadurch resultierende Schaden kann ggf. unbedeutend sein, in Zeiten der digitalen Wirtschaftsspionage gibt es allerdings auch sensible private Daten, die enorme Auswirkungen auf die Reputation eines Unternehmens und somit auch monetäre Konsequenzen haben können. Selbiges gilt selbstverständlich ebenso für die Veröffentlichung von geheimen Unternehmensdaten oder schlimmsten Falls sogar Kundendaten.

Komplikationen bei der Verwaltung von Wearables

Es ist dringend erforderlich, sich schon vor der Verbreitung der mobilen Begleiter mit Sicherheits- und Datenschutzaspekten zur Thematik auseinanderzusetzen, damit die Endgeräte auch den gewünschten ROI erbringen können.
Im Großen und Ganzen begleiten Wearables die selben Probleme wie beispielsweise Smartphones, allerdings handelt es sich um Ultra-low Energy Devices, die bis dato über keine Sicherheitssoftwares verfügen. Der einzige Sicherheitsansatz liegt in der Verschlüsselung der gesendeten Daten während der Synchronisation mit der Cloud oder dem verbundenen Smartphone/Tablet.
Als weiterer wichtiger Punkt ist die Adaption von Wearables an bisher bestehende Plattformen zu sehen: Mobile Device Managements, Enterprise App Stores oder auch Mobile Enterprise Application Platforms müssen für die Anwendung von Wearables erweitert und angepasst werden. SAP arbeitet beispielsweise bereits mit einem Hersteller von Augmented Reality Brillen (Vuzix) zusammen.[2]
Bei der Vielzahl an verschiedenen Endgeräten (Laptop, Smartphone, Tablet, Smartwatch, Head-Mounted Display,…) ist auch zu erwarten, dass die Hersteller eigene ganzheitlichen Ansätze zur zentralen Verwaltung aller im Unternehmen eingesetzter mobiler Endgeräte der jeweiligen Marke anbieten könnten. Apple veröffentlichte vor kurzem ihre „iPhone in Business“ Webseite, welche die Anpassungsfähigkeit ihrer Produkte an MDM Lösungen unterstreichen soll.[3]
Natürlich müssen Wearables auch in die vorhandenen Policies und Guidelines eines Unternehmens aufgenommen werden. Geltende Richtlinien sollten bestenfalls skalierbar sein, um Regelungen zu neuen Technologietrends hinzufügen zu können. Wearables teilen sich viele Sicherheitsrisiken mit anderen mobilen Endgeräten, allerdings gilt zu prüfen, welche neuen Sicherheitslücken sie öffnen und welche Maßnahmen dagegen getroffen werden müssen. Wenn ein Unternehmen beispielsweise erlaubt, Sicherheitstokens auf Smartwatches zu laden, um Zutritt zu bestimmten Bereichen auf dem Firmengelände zu bekommen, so könnten geographische Regelungen für die Lebenszeit des Tokens definiert werden.

Aus Fehlern lernen

Festzuhalten gilt, dass Unternehmen bisher sehr viel Zeit für die Implementierung mobiler Strategien aufgebracht haben und es sich hierbei meist nur um Laptops, Smartphones und Tablets handelt. Es ist zu empfehlen, selektierte Versuchsgruppen zusammenzustellen, welche die entstehenden Probleme frühzeitig erkennen, sodass noch vor der Realisierung im Unternehmen die nötigen Maßnahmen getroffen werden können. Für die Zukunft wird es bei einer Anpassung der mobilen Strategie an Wearables nun von höchster Priorität sein, aus den bisherigen Komplikationen und Best Practices von mobilen Endgeräten am Arbeitsplatz zu lernen, damit die Endgeräte auch das erreichen können, was sie letztendlich sollen: eine Steigerung der Produktivität und somit einen Gewinn für das Unternehmen.

Quellen:
[1] ApfelPage: iWatch – News und Informationen zu iWatch
[2] ZDNet: SAP, Vuzix aim to push wearable use in enterprise
[3] Apple: iPhone in Business

2 Gedanken zu „Der Einfluss von Wearables auf Enterprise Mobility

  1. Christian Feser

    Hallo W Klein,

    Ich hatte vor ein paar Monaten ein sehr interessantes Gespräch mit James The von http://www.mytjacket.com/. Dieses Projekt verkörpert in meinen Augen eigentlich das perfekte „Wearable“ – Nicht nur Informationen weitergeben, sondern auch eigenständig darauf reagieren.
    Vielen Dank für den Hinweis auf die Diskussion!

    Viele Grüße
    Christian Feser

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