Einsatzmöglichkeiten für iBeacons

Qualcomm Gimbal - iBeacon

Copyright: Qualcomm-Gimbal

Ein Traum vieler Arbeitnehmer: sie betreten den Besprechungsraum und haben sofort alle relevanten Dokumente für die Besprechung auf ihrem mobilen Endgerät. Dies ist nur eine der vielen Möglichkeiten, die iBeacons im Bereich Enterprise Mobility ermöglichen könnten. Doch welche Technik versteckt sich hinter iBeacons eigentlich und können sie ein weiterer Antriebsfaktor für mehr mobile Endgeräte und Anwendungen am Arbeitsplatz sein?

Was ist iBeacon?

Apples iBeacon[1] ist eine auf Bluetooth Low-Energy (BLE) basierende Spezifikation für Beacons. Dies sind Sender, die in regelmäßigen Abständen Signale aussenden, auf die Empfänger reagieren können, und anhand der Signalinformationen und der Signalstärke die Entfernung und die Identität (UUID) des Senders bestimmen können. Über die Identität kann eine App dann etwa weitere Informationen wie den Standort von Anbieter beziehen. Im Gegensatz zur GPS und WLAN kann die Position damit auch in Gebäuden exakt bestimmt werden. Die Besonderheit bei iBeacon ist, das seit iOS 7.1 jedes iOS Gerät mit einer installierten iBeacon-App als iBeacon fungieren kann, selbst wenn diese App nicht gestartet ist. Die Genauigkeit der Positionsbestimmung ermöglicht beispielsweise das Kartographieren von Gebäudekomplexen und das Erstellen von Indoor-Maps. So entsteht die Möglichkeit über ein iBeacon Informationen an Orten zu hinterlegen und über eine App den Content von einem Webserver zu laden.[2]

Mobile Payment: Das Ende von NFC?

Auch im Bereich des Mobile Payments ist iBeacon ein Fortschritt. Gegenüber NFC, welches nur eine sehr geringe Reichweite von etwa 10 Zentimeter aufweist, ist die Reichweite von BLE deutlich höher. Hierdurch muss das betroffene mobile Endgerät zur Bezahlung nicht an ein Terminal gehalten werden, sondern kann die Transaktion bequem aus der Tasche des Benutzers erfolgen, eine entsprechende Authentifizierung vorausgesetzt. Dieser Geschäftsmöglichkeit hat sich Paypal bereits angenommen und das PayPal Beacon angekündigt.[3]

Mit geringen Anschaffungskosten und einer Formatvielfalt – von USB-Sticks bis hin zu knopfzellengroßen Sendern – könnten iBeacons den Durchbruch im Mobile Payment bedeuten.

iBeacon & Enterprise Mobility

Heutzutage sind Daten ein kostbares Gut und es besteht ein beständiges Risiko des Datendiebstahls. Daten müssen daher vertraulich und mit angemessenen Sicherheitsvorkehrungen behandelt werden. Der Einsatz von iBeacons in Kombination mit einem Mobile Device Management (MDM) in einem Unternehmen kann die Geräteverwaltung weiter verbessern und neue Möglichkeiten zur Steuerung und Absicherung der mobilen Engeräte ermöglichen. Nach der Ortung eines Devices kann mit Bestätigung des Users (bei COD Geräten ggf. auch ohne) eine Verbindung zu einem Server für die Übermittlung von Daten und Einstellungen aufbaut werden. Im MDM könnten Einstellungen für einzelne Orte hinterlegt werden, an denen ein platziertes iBeacon bei Kenntnisnahme eines Gerätes gewünschte Aktionen triggert. Beispielsweise kann das MDM die Kamera bei Betreten der Entwicklungsabteilung sperren und beim Verlassen wieder freigeben. Dadurch kann die Sicherheit erhöht werden, ohne dass die Anwender auf nützliche Funktionen vollständig verzichten müssen.

iBeacon im Bereich M-Commerce und M-Health

In Kombination mit einer App kann der Benutzer durch Unternehmen, Einkaufszentren oder Museen navigiert werden und an definierten Stellen ortsabhängige Informationen abrufen. Diese Funktion kann etwa dazu verwendet werden positions-spezifische Werbung zu schalten (bspw. Essens-Coupons beim Betreten einer Kantine).

Auch im Gesundheitswesen können iBeacons von großem Vorteil sein. So könnten Patienten und Besucher Anmeldeformulare für die Notaufnahme von einem iBeacon zugeschickt bekommen oder durch das Krankenhaus navigiert werden. Auch die Krankenakten aller Patienten könnten über iBeacon verwaltet werden, die im jeweiligen Raum des Patienten platziert werden. Dies würde zu einer Entlastung der Ärzte und des Krankenhauspersonals führen. Bei Betreten des Raumes synchronisiert sich das mobile Endgerät des Arztes mit dem iBeacon und hat dadurch sofort Zugriff auf alle relevanten Patientenakten. Allerdings sollten, da es sich hierbei um sensible Daten handelt, passende Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden.[4]

Ausblick

Durch ihr großes Potenzial und ihre vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten ist zu erwarten, dass iBeacons in Zukunft in vielen Bereichen und Branchen anzutreffen sein werden. Mit Hilfe exakter Ortungsdaten im Indoor-Bereich entstehen neue Möglichkeiten für mobile Endgeräte und die App-Entwicklung. Gleichzeitig muss jedoch der Umgang mit persönlichen Daten geklärt werden, damit der Datenschutz gewährleistet bleibt. Der Anwender muss eine Möglichkeit haben, ein Tracking durch iBeacons zu unterbinden, wenn er dies nicht wünscht. Bei unternehmensinternen Anwendungen muss dies ohnehin durch entsprechende Policies geregelt, hier kann dann aber das volle Potential der iBeacons genutzt werden.

Quellen:
[1] Apple: Apple -iBeacon
[2] Beekn: iBeacons
[3] ZDNet: PayPal Beacon
[4] SoftWebsolutions: How iBeacon will play an important role in Enterprise Mobility

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