Enterprise Mobility Beginner’s Guide – Part 2: Mobile Endgeräte und Betriebssysteme

Enterprise Mobility Beginners Guide - Geräte und Betriebssysteme - Part 2Als erstes waren die mobilen Endgeräte…

Im letzten Part durften wir erfahren, was eigentlich hinter dem Begriff Enterprise Mobility steckt und weshalb eine mobile Strategie so wichtig für ein Unternehmen ist. Wie zu erkennen war, setzt sich Enterprise Mobility aus vielen verschiedenen Bereichen zusammen. Es reicht von Unternehmens-Apps bis hin zur Verwaltung von Mobilgeräten im Unternehmensumfeld.

Da wir das Grundkonzept nun verstanden haben, können wir uns mit dem Fundament für eine mobile Ausrichtung beschäftigen: den mobilen Endgeräten. Teil 2 des Enterprise Mobility Beginner’s Guide behandelt folglich das Thema „Mobile Endgeräte und Betriebssysteme“. Es werden die Anforderungen von Unternehmen an mobile Endgeräte definiert und die gängigsten mobilen Betriebssysteme näher vorgestellt.

Mobile Endgeräte im Unternehmensumfeld

Bevor sich Unternehmen mit der Entwicklung von Enterprise Apps beschäftigen können, muss zunächst eine wichtige Frage der mobilen Strategie geklärt werden: welches Device ist für unser Unternehmen das Richtige? Diese Frage ist individuell zu beantworten, denn jedes Unternehmen hat unterschiedliche Anforderungen. Es muss viel mehr gefragt werden: „Wo, wie und zu welchem Zweck soll das Gerät verwendet werden? Welche Anforderungen können wir daraus ableiten?“ Die Anforderungen stehen also in Korrelation zum Nutzungskontext. Erst wenn dieser ermittelt wurde, kann ein Unternehmen eine Entscheidung zur Geräteauswahl treffen.

Welche Anforderungen haben Unternehmen an mobile Endgeräte?

Werfen wir einen Blick auf die fünf wichtigsten Entscheidungskriterien bei der Auswahl eines mobilen Endgeräts:

Sicherheit

Die Sicherheit der Geräte ist selbstverständlich eines der wichtigsten Entscheidungskriterien für Unternehmen. Durch unsichere Geräte können Sicherheitsrisiken entstehen, wodurch beispielsweise sensible Unternehmensdaten an Dritte gelangen können. Der dadurch entstehende Schaden kann für das Unternehmen sehr verhängnisvoll sein, wenn es sich hierbei um sensible Daten handelt. Was verstehen wir aber unter „sicher“? Hauptsächlich werden hierbei vom Betriebssystem bereitgestellte Schutzmechanismen wie Virenscanner und Verschlüsslungsmechanismen bezeichnet, aber auch ein zentralisiertes Verwaltungssystem hat Einfluss auf die Sicherheit des Geräts. Hierdurch gelangen wir zum zweiten Punkt.

Verwaltung

Unternehmen müssen in der Lage sein, die verwendeten mobilen Endgeräte verwalten zu können, um ein adäquates Sicherheitsniveau im Unternehmen garantieren zu können. Die Geräte sollten deshalb die Möglichkeit einer zentralisierten Verwaltung bieten (wir sprechen hierbei von einem Mobile Device Management, welches im nächsten Teil der Blog-Reihe behandelt wird), um Over-the-Air Einstellungen am Gerät vornehmen zu können. Hierdurch können etwa App-Updates erzwungen oder Passwort-Vorgaben definiert werden. Apple’s Betriebssystem iOS bietet beispielsweise die Möglichkeit, auf diese Weise vorgefertigte Einstellungsprofile zu verteilen. Diese Kapazität der Verwaltungsmöglichkeit ist größtenteils dem Betriebssystem des Geräts zuzusprechen. Wenn ein Gerät dieses Auswahlkriterium nicht erfüllt (bei aktuellen Geräten eher selten der Fall), ist es für den Unternehmenseinsatz nicht zu empfehlen, denn der Umfang der Verwaltungsmöglichkeiten des Geräts über ein Mobile Device Managements bildet ein wichtiges Entscheidungskriterium bei der Auswahl des richtigen Mobilgeräts für den Unternehmenseinsatz.

Hardware und Features

Aktuelle Devices gibt es in allerlei Ausführungen: Die einen haben ein großes Display, andere eine hochauflösende Kamera, wiederum andere können durch eine lange Akkulaufzeit punkten. Auch hierbei spielt der Nutzungskontext eine maßgebende Rolle. Oft stellt sich die Frage: „Tablet oder Smartphone?“.

Das Smartphone – der ständige Begleiter

SmartphoneDie kompakte Größe und die Anbindung an das Mobilfunknetz stellen die wichtigsten Vorteile des Smartphones dar. Es steht für maximale Mobilität und Flexibilität. Da es bei den meisten Nutzern stets griffbereit ist, bietet es die perfekte Möglichkeit zum schnellen, ortsunabhängigen Aufruf von Informationen. Ein Smartphone ist ein Device, auf welchem nur in kurzen Zeitintervallen gearbeitet wird. Es müssen die wichtigsten Informationen anschaulich dargestellt und kleine, aber dennoch wichtige Änderungen vorgenommen werden können. Es handelt sich um kurze, aktive Handlungszeiten. So ist es beispielsweise für Polizisten von Vorteil, mit ihrem mobilen Endgerät am Unfallort Bilder machen zu können und diese direkt in das vorhandene Managementsystem hochzuladen.

Das Tablet – mehr Laptop als Smartphone

TabletDas Tablet wird größtenteils im Büro, auf Tagungen oder zu Hause verwendet. Tablets sind im Gegensatz zu Smartphones keine ständigen Begleiter. Oft haben Nutzer keine integrierte SIM-Karte, weshalb eine Internetverbindung meistens an Lokationen mit WLAN gebunden ist. In Kombination mit einer externen Tastatur kann aus dem mobilen Device sogar eine Laptop-Alternative entstehen.  Das größere Display ermöglicht mehr Informationen gleichzeitig aufnehmen zu können – bessere Text-, Bild-, Video-Wahrnehmung. Hierdurch können visuelle Informationen besser dargestellt werden und mehr Ausdruck übermitteln, wodurch beispielsweise Verkäufer im Einzelhandel durch Tablets eine effizientere Kundenberatung bieten könnten.

Eine ausführliche Erörterung der beiden Gerätearten im Themengebiet des Mobile Commerce ist hier zu finden.

Robustheit

Diese Anforderung mag in den meisten Nutzungskontexten nicht von Bedeutung sein, allerdings verbreitet sich Enterprise Mobility auch immer weiter in Arbeitsumfeldern, in denen das Device starken äußeren Einflüssen widerstehen muss. Der Schutz vor Wasser, Sand oder Fallschäden ist in manchen Einsatzgebieten essentiell. Speziell in Werkstätten, Fabriken oder auf Baustellen muss das Gerät eine gewisse Widerstandsfähigkeit bieten. Im Fachterminus spricht man hierbei von „ruggedized“, welcher in diverse Auswahlkriterien unterteilt ist, um eine bestmögliche Einschätzung der Widerstandsfähigkeit gewährleisten zu können. Der benötigte Schutz kann entweder direkt vom Gerät oder durch spezielle Schutzhüllen geboten werden.

Kosten

Natürlich spielen auch Kosten eine bedeutende Rolle. Diese skalieren je nach Anforderung an die bereits genannten Punkte, wobei „Hardware und Features“ wohl den größten Einfluss auf den Preis haben. Es ist dabei nicht immer notwendig, sich für die aktuellsten Geräte zu entscheiden. Die Hardware ist heutzutage so weit fortgeschritten, dass die Anforderungen der Software oft weit unter den Möglichkeiten der Hardware bleiben. Allerdings sollte hierbei bedacht werden, dass ältere Geräte oft hohe Supportkosten mit sich ziehen, da sie entweder inkompatibel mit den bereits erwähnten Verwaltungssystemen sein können oder es nicht möglich ist, die aktuellsten Softwareversionen zu verwenden.

Wie entscheide ich mich für das richtige mobile Betriebssystem?

Android, iOS, Windows Phone und BlackBerry OS sind momentan die gängigsten mobilen Betriebssysteme im Unternehmenskontext. Als Unternehmen ist es nicht immer möglich und auch nicht sinnvoll, jedes dieser Betriebssysteme zu unterstützen, da hieraus weitere Probleme resultieren. Deshalb müssen vorab grundlegende Fragen gestellt werden:

  • Bietet die Plattform die notwendigen Verwaltungsmöglichkeiten für das Unternehmen?
  • Für welche Betriebssysteme will das Unternehmen Apps entwickeln?
  • Müssen die Betriebssysteme mit diverser Hardware kompatibel sein?
  • Bietet das Betriebssysteme eine zukunftsorientierte Perspektive?

Jede der genannten Plattformen hat seine Stärken und Schwächen. Die schwierige Aufgabe besteht nun darin, die Vorteile so gut wie möglich auszunutzen und Lösungen zu finden, um den Nachteilen entgegenzuwirken.

Android

Android LogoAndroid ist momentan mit einem Marktanteil von 78.9%[1] das beliebteste Betriebssystem auf dem Markt. Das Open-Source Konzept bietet für Nutzer viele Freiheiten, um Erweiterungen programmieren zu können. Dies ist mit ein Grund für die rasante technische Entwicklung des Betriebssystems. Da es auf der verbreiteten Programmiersprache Java basiert, ist die Entwicklung von Anwendungen und Services für das Betriebssystem verhältnismäßig leicht umsetzbar, da viele Entwickler bereits mit der Programmiersprache gearbeitet haben. Aufgrund der Vielzahl an Hersteller und Geräten sind die Android-Geräte auch preislich sehr breit gestaffelt. Von günstigen Einsteigermodellen bis hin zu teuren High-End-Produkten bieten die Hersteller eine sehr breite Produktpalette an unterschiedlichen Devices. Android beinhaltet zwar umfangreiche Sicherheitsfunktionen, jedoch sind Android-basierte Devices, aufgrund der hohen Verbreitung, trotzdem meist das Hauptziel von beispielsweise Malware. Auch die besten technischen Maßnahmen können allerdings nicht vor einem Fehlverhalten des Nutzers schützen. Um die Sicherheit erhöhen zu können, sollte Software nur von vertraulichen Quellen heruntergeladen werden.

iOS

iOS LogoApple’s mobiles Betriebssystem ist im Unternehmensumfeld bei Mitarbeitern besonders beliebt.[1] In der neuesten Version des Betriebssystems (iOS 7) wurde das Hauptaugenmerk auf den Unternehmenseinsatz gelegt. Neue Möglichkeiten zur Verwaltung der Geräte, ob Tablet oder Smartphone, wurden realisiert und bilden somit einen wichtigen Entscheidungsfaktor bei der Auswahl des Betriebssystems. Hierunter zählen viele Möglichkeiten zur zentralisierten Verwaltung der Geräte und weitere Enterprise-orientiere Funktionalitäten. Gleichzeitig bietet der Appstore bereits eine Vielzahl an nützlichen Produktivitäts- und Business-Apps. Diese unterstützen die Mitarbeiter bei ihren alltäglichen Aufgaben und können zentral vom Unternehmen beschafft werden. Des Weiteren bietet Apple ein hohes Sicherheitsniveau und verfolgt ein konsequentes Sandboxing-Prinzip (d.h. jede App läuft in einer isolierten Umgebung und somit können Daten keine andere App beeinflussen). Ein wesentlicher Nachteil stellt die geringe und kostspielige Produktpalette von Apple dar, die allerdings andererseits auch als Vorteil gewertet werden kann, da man bei der Entwicklung nur wenige verschiedene Devices in Bezug auf die Kompatibilität beachten muss. Seit gestern findet wieder die alljährliche Apple Worldwide Developers Conference statt, auf welcher Apple erstmals Enterprise-Präsentationen angekündigt hat, welche speziell auf den Einsatz von Apple-Produkten im Unternehmen abzielen soll.

Windows Phone

Windows Phone LogoIm Unternehmenseinsatz kann Microsoft mit Windows Phone 8 durchaus überzeugen. Es wurden viele neue Enterprise-Features integriert, welche sich besonders auf die Themen Produktivität, Sicherheit und Verwaltung fokussieren.  Hierzu zählen beispielsweise die integrierten Office-Lösungen, welche einigen schon von der Desktop-Variante des Betriebssystems bekannt sein dürften. Die neuen Verwaltungsmöglichkeiten lassen Windows Phone 8 zur Konkurrenz aufschließen und auch in Zukunft will Microsoft sich verstärkt auf den Unternehmenseinsatz konzentrieren.
Nachteile im Gegensatz zu Konkurrenten wie Android stellen das geringeres Geräte- und App-Angebot dar sowie die eingeschränkte Individualisierbarkeit der Benutzeroberfläche.
Das neueste Update 8.1 steht zur Developer Preview bereit und erweitert das Portfolio um weitere nützliche Unternehmensfunktionen, speziell in den Geräteverwaltungsfunktionen.

BlackBerry OS

BlackBerry LogoMobile Endgeräte mit BlackBerry OS galten aufgrund ihrer ausgeprägten Enterprise-Strategie lange als die beliebtesten Business-Begleiter, jedoch hat sich der Marktanteil von BlackBerry im Unternehmenseinsatz wesentlich verringert. BlackBerry ist als Vorreiter der Integration von Enterprise Mobility Management Lösungen bekannt und auch trotz des abnehmenden Marktanteils ist BlackBerry als Option in Betracht zu ziehen. Die relativ niedrigen Preise sind sehr attraktiv für Unternehmen mit einem hohen Bedarf an Endgeräten. BlackBerry in Kombination mit ihrem hauseigenen Geräteverwaltungssystem BlackBerry Enterprise Server (BES) bietet unzählige Möglichkeiten zur sicheren Verwaltung der im Unternehmen eingesetzten Geräte. Zusätzlich wird durch den BlackBerry Messenger (BBM), welcher seit geraumer Zeit auch für Android und iOS zur Verfügung steht, eine sichere Alternative für Instant Messaging geboten.

Fazit

Zusammenfassend bleibt festzuhalten: Es gibt kein perfektes Smartphone oder Tablet auf dem Markt, das allen Wünschen und Anforderungen des Unternehmenseinsatzes gerecht werden kann. Bei der Auswahl des richtigen Devices ist speziell auf den Nutzungskontext und die daraus resultierenden Anforderungen an das Gerät sowie das Betriebssystem zu achten. Diese Anforderungen müssen durch einen ausführlichen Benchmark gegenübergestellt werden, um eine adäquate Entscheidung treffen zu können, welche nicht nur das Unternehmen, sondern auch die Nutzer zufrieden stellt, denn nur so kann Enterprise Mobility die im ersten Part aufgeführten Vorteile vollends ausschöpfen.

Lessons Learned

  • Jedes Unternehmen hat unterschiedliche Anforderungen an ein mobiles Endgerät. Diese sollten in Verbindung mit dem Nutzungskontext genauestens evaluiert werden.
  • Tablets und Smartphones sollten je nach Nutzungskontext ausgewählt werden.
  • Das am meisten verbreitete Enterprise Betriebssystem ist iOS, doch auch die Konkurrenzprodukte werden stetig für den Unternehmenseinsatz optimiert.[1]

Lesen Sie hier weiter: EMBG Teil 3 – Das Mobile Device Management (MDM)

Quellen:
[1] MaaS360 Blog: The Battle for the Throne of Enterprise Mobility

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