Government Mobility – wie Enterprise Apps dem Staat dienen

In der Regel wird beim Einsatz von Enterprise Mobility der Nutzen für private Unternehmen betrachtet. Allerdings kann auch der öffentliche Sektor von mobilen Enterprise-Lösungen profitieren. Unter dem Begriff „Government Mobility“ versteht man den Einsatz von etablierten Mobility-Lösungen im öffentlichen Dienst.

Mobility im Fokus staatlicher Einrichtungen

Laut Gartner stehen die öffentlichen Behörden mit ihren Ausgaben für mobile Technologien weiterhin hinter denen der Industrie. Doch das Interesse wächst: Eine Umfrage von Meritalk zeigt, dass die Nutzung von Smartphones in der Regierung im Laufe des Jahres 2013 voraussichtlich um 8%, bei Tablets sogar um 12% steigen wird.

Der überwiegende Teil (44%) der Behörden hat bisher noch keine mobile Optimierung ihrer Webseite durchgeführt. Doch knapp ein Drittel hat bereits einen Mobilen Zugang für die Bürger geschaffen, hauptsächlich um Dokumente bereitzustellen und Daten zu sammeln. Ein weiterer durchaus beachtlicher Teil (28%) der Behörden befindet sich momentan noch auf dem Weg dorthin.[1]

Vorteile für Staat und Öffentlichkeit

Den entscheidenden Vorteil bringt den Mitarbeitern in den öffentlichen Bereichen die Produktivitätssteigerung durch Government-Anwendungen. Mitarbeiter von Ämtern, welche Unternehmen prüfen müssen, wie zum Beispiel das Finanz- oder Kartellamt, können durch mobile Apps besser auf Informationen zugreifen und bürokratische Vorgänge direkt vor Ort in digitaler Form auf den mobilen Endgeräten erledigen. Da Produktivität besonders für staatliche Mitarbeiter im Außendiensteinsatz relevant ist, müssten diese ohne eine speziell für ihre Belange konzipierte mobile Enterprise-App, weiterhin auf Papier und Stift zurückgreifen. Hier besteht also ein zeitliches Einsparungspotential, welches sich in bares Geld umrechnen lässt und sogar die Reduzierung von finanziellen Aufwendungen seitens der Steuerzahler begünstigen würde.

Auch die breite Öffentlichkeit könnte durch die Verwendung von mobilen Geräten und Apps profitieren: Gerade in den Bildungseinrichtungen wird immer öfter das Schulheft gegen ein kabelloses Endgerät eingetauscht. Los Angeles Schulen planen die Verteilung von 640.000 iPads an ihre Schüler, damit diese die Möglichkeit bekommen, sich mit der Technologie von morgen vertraut zu machen. Die ersten Hausaufgaben konnten die Schüler bereits mit großem Erfolg digital erledigen.[2] Nicht nur in den USA hält die mobile Bildungsrevolution Einzug, denn auch die Türkei möchte alle Schüler des Landes mit einem Tablet-PC ausstatten und Korea investiert 1,4 Milliarden Dollar bis 2015, um alle Bildungsinhalte zu digitalisieren.[3]

Government Mobility Herausforderungen

Es gibt einige Herausforderungen für den öffentlichen Sektor, die auch von den privaten Unternehmen geteilt werden. Wie stellt man sicher, welche Apps für bestimmte Nutzer zugelassen werden und welche nicht zugänglich sein dürfen? Glücklicherweise gibt es Anbieter, die dazu beitragen, dieses Anliegen durch Mobile Application Management (MAM) lösen zu können. MAM ermöglicht den Regierungsbehörden ihre Apps über einen Enterprise App Store zu verteilen. Diese sind so konfiguriert, dass nur die relevanten Apps für einen Mitarbeiter basierend auf seiner Job-Funktion angezeigt werden. Einen Vergleich der bisher erfolgreichsten Anbieter findet sich hier.

Wird, was in der Theorie gut klingt, wirklich im öffentlichen Sektor bestehen? IT-Führungskräfte der US-Regierung wurden von FierceGovermentIT genau zu diesem Thema befragt: 82% der Führungskräfte glauben, dass mobile Geräte kritisch für Behördenaufgaben sind, während 81% sich von den mobilen Geräten eine höhere Produktivität versprechen. Die US Air Force geht davon aus, 50 Millionen Dollar über die nächsten 10 Jahre durch das Ausstatten aller Flugzeuge mit iPads einzusparen. Profitieren will die amerikanische Luftwaffe vor allem durch den Wegfall des schweren Papiers, Reduzierung der Druckkosten und geringere Personalkosten durch eine automatisierte Bearbeitung.

Fazit

Diese Entwicklung zeigt, dass durch den Einsatz von mobilen Apps auch staatliche Einrichtungen in Zukunft profitieren können und mobile Lösungen immer mehr Einzug in den Verwaltungssektor halten werden.

Craig Orgeron, Chief Information Officer (CIO) vom Staate Mississippi bringt es dabei auf den Punkt:

„Mobile-Technologie verändert die Art wie wir leben, wie wir arbeiten – es verändert die Gesellschaft. Deshalb müssen diese Geräte für die öffentliche Verwaltung ein Bestandteil werden, weil auch die Bürgerinnen und Bürger diese Geräte für sämtliche Aufgaben in ihrem Leben nutzen.“[1]

Quellen:
[1] Foirenza, Patrick: The Govloop Guide – Making Mobile Matter: Implementing Your Mobile Enterprise Strategy

[2] CITE World: Los Angeles plans to give 640,000 students free iPads

[3] Spiegel Online: Computerfirmen auf dem Bildungsmarkt: Kampf ums Klassenzimmer

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *