Internet der Dinge im Unternehmensumfeld

idd

Gartner definiert das Internet der Dinge als „Netzwerk physikalischer Objekte die eingebettete Technologie enthalten, durch die sie mit ihrem Inneren Zustand und ihrer äußeren Umgebung kommunizieren und interagieren können.“ Wie und in welchem Umfang diese Technologien in einem Unternehmen genutzt werden können, welche Chancen sich ergeben und welche Herausforderungen auf Unternehmen zukommen werden, soll in diesem Blog-Beitrag erläutert werden.[1]

Der Einsatz des Internet der Dinge in einem Unternehmen ist in zwei Bereiche zu unterteilen: zum einen wird diese Technologie Unternehmensintern zur Optimierung von Produktionsabläufen, Qualitätsüberwachung oder Mitarbeiterproduktivität eingesetzt, zum anderen erschließen sich dadurch neue Geschäftsfelder, für die Unternehmen neue Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln oder ihre bisherigen Produkte anpassen zu können.

Produktionsabläufe optimieren

Betrachtet man zunächst den Unternehmensinternen Einsatz des Internet der Dinge lassen sich schnell viele Anwendungsbeispiele finden. In der Produktion kann ein Werkstück selbstständig mit der Maschine kommunizieren und erfährt alles über seinen Bearbeitungszustand, den aktuellen Aufenthaltsort oder wo es als nächstes benötigt wird. Durch einen integrierten RFID-Chip kann das Produkt selbst mit beispielsweise einem Cloud-Server kommunizieren und Anweisungen erhalten. Dadurch sind die Produktionsabläufe in Zukunft nicht mehr statisch, sondern können durch die sogenannte M2M-Kommunikation dynamischer und effektiver gestaltet werden, um beispielsweise auch kleine Auflagen kostengünstig produzieren zu können. Auch in der Qualitätssicherung ist diese Technologie einsetzbar. Durch die Tatsache, dass jeder produzierte Gegenstand durch den Chip nun ein „Gehirn“ mit einem Gedächtnis hat, kann zu jeder Zeit schnell überprüft werden wann, auf welcher Maschine oder unter welchen Vorrausetzungen ein Produkt hergestellt wurde und ob es andere relevante Informationen gibt, ohne das auf einen anderen Server zugegriffen werden muss. Verbesserung des bisherigen Workflows ist daher die Devise.

Fachleute sprechen hierbei von der vierten industriellen Revolution, oder auch Industrie 4.0. Die Fabrik der Zukunft soll intelligent sein, um produktiver und wirtschaftlicher zu werden. Hierbei wird häufig das Beispiel der automatischen Wartung angeführt. Dabei erkennen Sensoren in der Maschine, ob Verschleißteile bald ausgetauscht werden müssen und leiten gegebenenfalls Ersatzbestellungen oder Servicemaßnahmen selbständig ein. Allerdings gilt es bei dieser Entwicklung für alle Unternehmen Schritt für Schritt anzufangen und nicht überstürzt an diese neue Thematik ranzugehen. Auch gilt es zu beachten, dass nicht alles was durch IoT technisch Machbar ist, auch für jedes Unternehmen geeignet ist.[2]

Produkte intelligent gestalten

Durch das IoT entstehen, wie anfangs schon erwähnt, außerdem unzählige neue Möglichkeiten um Kunden zu gewinnen oder neue Geschäftsfelder zu erschließen. Firmen müssen ihre Produkte anpassen und mit neuen Funktionen ausstatten um auch zukünftig Kunden anzusprechen. Einige Hersteller von Waschmaschinen, Thermostaten oder Glühbirnen haben dies bereits getan. So kann man mit dem Smartphone von unterwegs zuhause das Licht einschalten, die Heizung regeln oder sehen ob die Waschmaschine schon fertig ist. In Zukunft lässt sich diese Technik weiter ausbauen und auf unzählige Geräte und Services ausweiten. Bald kommuniziert der Kühlschrank autark mit Produkten welche er beinhaltet, erfährt dadurch wie lange diese noch haltbar sind und erstellt bei Bedarf gleich eine Liste für den neuen Einkauf. Außerdem ist es denkbar, dass Hersteller von Backmischungen gleich ein Modul in die Verpackung einbauen, welches dem Ofen sagt, bei welcher Temperatur und Einstellungen der Kuchen gebacken werden soll. Unternehmen sollten dieses Geschäftsfeld in naher Zukunft nicht unterschätzen und über den eigenen Tellerrand der Branche schauen. Partner aus anderen Geschäftsfeldern sind notwendig, damit Produkte zukunftsfähig gestaltet werden können. Wer das nicht tut verliert den Kontakt zu den Kunden und wird auf kurz oder lang nicht mehr berücksichtigt.[3]

Chancen bergen Risiken

Neben den zahllosen Chancen die das Internet der Dinge bietet, gibt es auch viele Risiken die nicht zu unterschätzen sind. Jedes Gerät das sich mit dem Internet verbindet, stellt potenziell ein Einfallstor in das lokale Netzwerk dar und kann diverse Sicherheitslücken aufweisen. Das IoT Geräte sicher, dauerhaft verfügbar und überwiegend störungsfrei sind, muss für einen erfolgreichen Einsatz im Unternehmen gewährleistet sein. Klein anfangen ist die Devise – und nicht überstürzt auf den IoT-Zug aufspringen. Bringt ein Unternehmen ein unvollkommenes Produkt mit Fehlern auf den Markt, oder ist der Markt noch nicht Reif für das jeweilige Produkt, so kann sich dies ganz schnell negativ auf die Kundenzufriedenheit auswirken und dadurch die Zukunftsaussichten für ein Unternehmen nachhaltig beeinflussen.

Das Internet of Things ist jetzt schon in unserem Alltag eingebunden, wird sich aber durch die rasante Entwicklung und die sinkenden Kosten schneller als viele erwarten in der Gesellschaft und auch in Unternehmen etablieren. Für Unternehmen ergeben sich unzählige Möglichkeiten um neue innovative Produkte und Dienstleistungen anzubieten. Man darf jedenfalls gespannt sein, mit welchen Produkten uns neue und auch alteingesessene Firmen in naher Zukunft überraschen werden.

Quellen:
[1] Alles ist vernetzt
[2] Das Internet of Things und der CIO
[3] Das Internet der Dinge

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *