Mobile Health als Innovationstreiber im Gesundheitswesen

mHealth

Der rasante Anstieg von Smartphones, Tablets und anderen mobilen Geräten eröffnet dem Gesundheitswesen enorme Möglichkeiten. Neben Verbrauchern, die versuchen über Apps ihre Gesundheit zu verbessern, nutzt ebenfalls das medizinische Fachpersonal Smartphones, Tablets oder ähnliche mobile Geräte für ihre tägliche Arbeit. Medizinische Lösungen werden in der Zukunft mehr und mehr als Apps angeboten. Laut dem Bericht des Global Mobile Health Market Report 2013-2017 wird der Umsatz über Mobile Health Dienstleitungen weltweit auf 26 Milliarden US-Dollar ansteigen.[1] 2013 lag dieser bei lediglich rund 4,5 Milliarden US-Dollar.[2] An diesen Zahlen ist zu erkennen, welches Potential in Mobile Health steckt.

Wachsendes Geschäftspotential für mobile Gesundheits-Apps

Das Geschäftspotenzial für mobile Gesundheits-Dienstleistungen wächst stetig. Der Grund hierfür sind die Entwicklungen im mobilen Bereich. Qualitativ hochwertige Kameras, mobiles Internet, Standortbestimmung über GPS und Accelerometer sind dabei die Grundlagen für die einfache und intuitive Benutzung von Gesundheits-Anwendungen.[3] In allen bekannten App Stores sind eine Vielzahl von Sport-, Fitness- und Wellness-Apps zu finden. Sport- und Fitness-Apps sind speziell dafür entwickelt, um in Form zu bleiben oder Trainingsfortschritte festzuhalten. Eine Vielzahl von Wellness-Apps helfen dabei einen gesunden Lebensstil zu führen und geben Auskunft über Ernährung und gesundheitsfördernde Übungen. Dies sind nur ein paar wenige Beispiele für die Funktionen von Applikationen.[4]

Eine weitere Form von Gesundheits-Dienstleistungen sind spezielle Gesundheit-Apps für Patienten oder für Menschen mit gesundheitlichen Problemen. Mobile Lösungen helfen dabei die Gesundheit zu verbessern, indem sie beispielsweise Patienten an die Einnahme ihrer Medikamente erinnern. Dadurch entstehen zukünftig geringere Folgekosten für den gesamten Gesundheitsapparat. Firmen wie Samsung, Microsoft und Apple werden in Zukunft Smartwatches oder ähnliche Produkte auf den Markt bringen, die den aktuellen Gesundheits- und Fitnesszustand messen und bei Unregelmäßigkeiten den Anwender sofort benachrichtigt. Ärzte haben die Möglichkeit über mobile Geräte/Apps ihre Patienten zu überwachen und die aktuellsten Informationen über deren Gesundheitszustand zu erhalten. Somit wären zukünftig durch die Nutzung von mobilen Lösungen enorme Kosteneinsparungen im Bereich des Gesundheitswesens möglich. Weitere interessante mHealth-Lösungen für die Zukunft:[3]

  • Ein Implantat, welches die gesamten Blutwerte via Bluetooth an das Smartphone eines Anwenders oder direkt zu einem Arzt sendet
  • Eine App, welche Patienten nach einem Sprachverlust auf Grund eines Schlaganfalls o.ä. hilft mit Gesten zu kommunizieren

Mobile Technologien im Bereich der angewandten Medizin

Der fortschreitende Einsatz moderner Technologien im Medizinbereich stellt für Krankenhäuser und Kliniken eine große Herausforderung dar. Der gezielte Einsatz moderner Lösungen unterstützt Ärzte, Krankenschwestern und Pfleger bei ihrer täglichen Arbeit. Dabei werden viele Informationen zeitnah benötigt, um sich im Ernstfall schnell einen Überblick über den Gesundheitszustand der Patienten und mögliche Behandlungsmethoden zu machen. Der zentrale Zugriff auf solche Daten ist hier ein entscheidender Vorteil, denn nur so können lebensschützende Maßnahmen eingeleitet werden. In Stresssituationen ist der Gang zum PC im Ärztezimmer aber nicht der schnellste Weg. Ein Beispiel für einen sinnvollen Einsatz einer mobilen Lösung sind iPads für Ärzte, mit denen es möglich ist in kurzer Zeit mobil und sicher auf elektronische Patientendaten wie Laborberichte, Befunde, Arztbriefe und Krankengeschichten zuzugreifen. Schon heute können Informationen mithilfe mobiler Lösungen direkt im Operationssaal abgerufen werden. Ein großes Thema spielt dabei die 3D-Technologie. Mediziner werden von den neuesten 3D-Geräten profitierenden können. Dieser Trend wird vor allem durch die Technologiesprünge in der Bildschirmtechnik vorangetrieben.[6] Somit lassen sich Tumore lokalisieren und auf einem iPad abbilden. Zukünftige werden Technologien in Brillen weiter an Bedeutung gewinnen. Damit lassen sich beispielsweise Patientendaten während eines Eingriffes direkt auf das Head-up Display projizieren.[3]

Ausblick

Mobile Health wird in den kommenden Jahren eine wichtige Rolle im Gesundheitssektor spielen. Im Jahr 2050 werden weltweit mehr als zwei Milliarden Menschen leben, die älter als 60 Jahre sind. Gleichzeitig wird aber zu wenig medizinisches Fachpersonal vorhanden sein. Das heißt, dass ein Arzt immer mehr Patienten behandeln muss. Um dieses Problem in Zukunft zu lösen, sind neue Technologien notwendig, die Zeit sparen und die medizinische Versorgung schnell und effizient machen. Zwar gibt es bereits Software, die den Alltag in Praxen und Krankenhäusern erleichtert, wie etwa digitale Krankenakten und Medikamenten- bzw. Wirkstoffnachschlagewerke. Jedoch sind diese noch nicht vollumfänglich auf mobilen Endgeräten nutzbar. Schon jetzt werden ca. 97.000 mobile Gesundheits-Applikationen in den führenden App-Stores angeboten.[1] Diese Zahl wird in den nächsten Jahren weiter wachsen und das Gesundheitswesen in Zukunft weiter verändern.

Quellen:
[4] An Introduction to Mobile Health, Media University Stuttgart, 28.02.2012

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