Mobile Strategien – Unternehmen agieren defensiv

Mobile Strategie

In den letzten Jahren hat sich das Terrain, auf dem sich Unternehmen weltweit bewegen und arbeiten, drastisch verändert. Die IT-Landschaft hat sich in kürzester Zeit um eine mobile Dimension erweitert, welche Fluch und Segen für IT-Verantwortliche und Manager mit sich bringt. Eine mobile Strategie sollte dabei der erste Schritt sein, doch viele Unternehmen zögern. Was sind die Ursachen? Und welche Konsequenzen sind zu erwarten?

Hemmnisse seitens IT-Entscheidern

Enterprise Mobility ermöglicht einerseits effizientere Geschäftsprozesse in nahezu allen Unternehmensbereichen und Branchen, andererseits birgt es auch allerlei neue Gefahren und Risiken, die den Firmen teuer zu stehen kommen können. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn sich Unternehmen nicht früh genug mit der Entwicklung einer ganzheitlichen mobilen Strategie auseinandersetzen. Laut einer aktuellen Lünendonk-Studie „Mobile Enterprise“, bei der 91 deutsche Unternehmen mit über 1000 Mitarbeitern teilnahmen, hat nur knapp über die Hälfte eine ausgereifte mobile Strategie.[1] Themen wie Sicherheit, Governance und Compliance gelten als die größten Hindernisse für die Einführung mobiler Lösungen seitens der IT-Verantwortlichen. Weitere Hürden sind Komplexität, Integrierbarkeit, Änderung der Prozessketten sowie die unzureichende Trennung zwischen geschäftlichen Apps und Daten externer Apps (s. Abbildung).[2]

Quelle: Lünendonk Trendstudie 2014 „Mobile Enterprise Review“

Definition von Richtlinien reicht nicht aus

Dass viele Mitarbeiter ihre privaten Geräte dienstlich nutzen, um sich mit dem Firmennetzwerk zu verbinden, lässt sich oftmals nur schwer vermeiden. Allein diese Tatsache bereitet den meisten Sicherheitsbeauftragen in den verschiedenen Unternehmen Kopfschmerzen. Doch ohne eindeutige Policies und Guidelines, die in keiner mobilen Strategie fehlen dürfen, sind Fehlerquellen und Sicherheitslücken vorprogrammiert und können dem Unternehmen eine Menge Schaden anrichten, insbesondere bei sensiblen Daten. Bei vielen Unternehmen stehen die Richtlinien für die mobile Nutzung lediglich auf dem Papier und finden nicht die nötige Beachtung, da es entweder an der technischen Umsetzung mangelt oder die Komplexität zu hoch ist. Die Sicherheitssysteme, die für stationäre IT-Systeme gelten, finden zwar auch genauso Anwendung im mobilen Bereich, müssen jedoch mindestens um mobile Risikofaktoren wie Diebstahl, Verlust und Kontrolle erweitert werden. Auf weitere Auswirkungen von mobilen Sicherheitsrisiken in Unternehmen sind wir in unserem Beitrag „Mobile Risiken und Gefahren“ eingegangen.

Mobile Strategien erfordern mobiles Know-how

Neue Datenflüsse und Informationswege, neue Kommunikationswege, neue Kundenkanäle und viele neue Anbieter mobiler Lösungen sorgen zunächst für eine unübersichtliche Marktsituation. IT und Fachbereiche stehen vor unzähligen, teilweise unbekannten Herausforderungen, sofern Sie nicht auf Mobile-Experten zurückgreifen können. Diese Unternehmen verhalten sich zumeist eher defensiv, wenn es darum geht, eine Strategie festzulegen und zu implementieren. Daraus entstehen oftmals kurzfristig und lokal begrenze Lösungen, die langfristig zu erhöhtem Wartungsaufwand und möglichen Sicherheitsrisiken führen können.

Es empfiehlt sich in diesem Fall gemeinsam mit Mobilen Experten eine Mobile Strategie zu entwickeln, die auf die individuellen Anforderungen des Unternehmens zugeschnitten ist. „One size fits all“ ist angesichts der extrem unterschiedlichen Anforderungen bei den jeweiligen Unternehmen keine sinnvolle Option. Im Gegenteil, es erfordert viel Mehraufwand und Komplexität bei der Implementierung in die bestehende Infrastruktur und der Anbindung an die Prozesse. Laut dem Bitkom Mobile-Leitfaden für Unternehmen lässt sich erkennen, dass die Erfolgsaussichten für mobile Projekte deutlich gesteigert werden können, wenn eine durchdachte Erstellung eines schlüssigen Konzepts mit detaillierter Feinspezifikation angefertigt wird. Projektrisiken lassen sich demnach früh erkennen und vermeiden, wenn der konzeptionelle und technische Sachverstand eines internen oder externen Mobile Experten einbezogen wird.[3]

Unternehmen brauchen eine mobile Strategie

Kaum ein Unternehmen kann es sich langfristig leisten, sich nicht mit der mobilen Frage auseinanderzusetzen, auch wenn keine Strategie auch eine Strategie ist – nur leider keine besonders gute. Diese Themen aus Vorsicht und Skepsis lange aufzuschieben und zu hoffen, dass eine einheitliche Lösung verfügbar ist, ist sicher nicht der richtige Weg. Zum einen besteht ein großer Druck hinsichtlich der Wettbewerber, die schon durch intelligente mobile Lösungen im Unternehmen kostengünstiger operieren. Zum anderen steigt die Erwartungshaltung seitens der Kunden und Mitarbeiter für mobile Anwendungs- und Verbindungsmöglichkeiten mit den Unternehmen.

Quellen:
[1] Computerwoche: Eine echte Mobile Strategie haben die wenigsten Unternehmen
[2] Lünendonk®-Trendstudie 2014: Mobile Enterprise Review, S. 21
[3] Bitkom Leitfaden: Apps & Mobile Services – Tipps für Unternehmen, S. 9

Ein Gedanke zu „Mobile Strategien – Unternehmen agieren defensiv

  1. Sascha

    Danke für den übersichtlichen Artikel. Besonders dem Thema Datensicherheit sollte hier, wie auch im Artikel erwähnt, Beachtung geschenkt werden. Auf der anderen Seite sollte man sich auch Gedanken zum Thema Nutzerfreundlichkeit und Usability der neuen Mobilen Anwendung machen. Denn diese wird entscheiden ob die Mitarbeiter diese auch verwenden werden. Da die Anwendungen höchstwahrscheinlich über die gleichen Kanäle (Google Play, Apple Store, etc.) bezogen werden, wie die Geschäfts-App auch, sind die Ansprüche meistens etwas höher als an „gewöhnliche“ Software. Auch ein paar Gedanke von uns zum Thema Mobile Strategie hier: http://www.yuhiro.de/die-richtige-mobile-strategie/
    Vielen Dank für den interessanten Artikel.

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