ROI in Enterprise Mobility

ROI in Enterprise Mobility

Nach einer aktuellen Studie von Enterprise Mobility Exchange[1] ist das größte Hindernis von Unternehmen bei der Implementierung einer mobilen Lösung ein begrenztes Budget. Dies gaben 57 % der Unternehmen an, d. h. in mehr als jedem zweiten Mobility-Projekt ist tendenziell keine ausreichende Finanzierung sichergestellt. Aber warum zögern Unternehmen bei der Investition in mobile Lösungen? Die Vorteile sind den Unternehmen hinlänglich bekannt, dies geht aus der gleichen Studie hervor: über 66 % der Unternehmen erwarten eine erhöhte Produktivität ihrer Mitarbeiter. Also eigentlich Grund genug, verstärkt in diese mobilen Projekte zu investieren.

Ein Grund könnte sein, dass der Erfolg bzw. der Return on Investment (ROI) einer mobilen Anwendung nicht so einfach zu bemessen ist. Schließlich stellt diese Anwendung in der Regel keine neuen Prozesse und Funktionalitäten bereit, sondern ermöglicht lediglich die Nutzung von bestehenden Anwendungen von einem mobilen Endgerät aus. Somit investiert das Unternehmen zunächst in etwas, was es ja in einer anderen Form bereits gibt.

Kennzahlen für ROI

Anhand von drei zentralen Kennzahlen wird jedoch klar, welchen Nutzen eine (geeignete!) mobile Lösung bietet und wie dieser qualitativ und quantitativ gemessen werden kann.

1. Effizienz

Eine gesteigerte Effizienz oder Produktivität ist der deutlichste Nutzen, den eine mobile Lösung bieten kann. Effizienz bedeutet, dass Mitarbeiter ihre Arbeit schneller erledigen können. Dies lässt sich an einem einfachen Beispiel verdeutlichen:

Ein Service-Techniker führt Wartungen an technischen Anlagen durch. Dabei notiert er erledigte Arbeiten und identifizierte Fehler oder Wartungsaufgaben schriftlich in einer Checkliste. Am Ende des Tages überträgt er die Daten am PC in das zentrale System. Erst wenn die Daten im System sind können weitere Schritte wie etwa die Rechnungsstellung, Ersatzteilbestellung oder Folgebeauftragungen durchgeführt werden.

Mit einer mobilen Anwendung und einem mobilen Endgerät wie etwa einem Tablet kann der gleiche Mitarbeiter direkt seine Aufgaben in der Anwendung erfassen, während er sie durchführt. Die Anwendung überträgt die Daten nach Abschluss der Arbeit an das Zentralsystem, wo sofort Folgeaktivitäten gestartet werden können. Der Service-Techniker muss die Daten nicht erneut abtippen und kann somit an einem Tag mehrere Anlagen warten. Ersatzteile werden schneller bestellt und dadurch werden die Ausfallzeiten der Anlagen reduziert.

Dies ist nur ein Beispiel, wie durch mobilisierte Prozesse und Anwendungen Effizienz und Produktivität der Mitarbeiter gesteigert werden können. Dies lässt sich auch direkt messen: wie viele Aufträge schafft ein Service-Techniker ohne eine mobile Anwendung und im Vergleich mit einer entsprechenden mobilen Lösung? Die Differenz der beiden Kennzahlen ist die reine Effizienzsteigerung.

2. Qualität

Neben der reinen Quantität ist auch die Qualität ein entscheidendes Argument für den Einsatz einer mobilen Lösung. Wenn man das vorige Beispiel hernimmt, und die Fehlerquote beim manuellen Übertragen der Daten in das System ermittelt, so ist relativ schnell klar, dass es hier an verschiedenen Stellen zu Fehlern kommen kann: Daten werden beim Erfassen falsch bewertet oder bei der Übernahme ins System falsch eingegeben. Hier ermöglicht eine mobile Anwendung sowohl die Erfassung als auch die Übernahme zu verbessern. Bei der Erfassung der Daten können kontextabhängige Prüfungen und Validierungen in der App erfolgen, die Fehler bei der Eingabe verhindern oder zumindest reduzieren. Da keine manuelle Übernahme in das System durchgeführt wird, kann auch der zweite Schritt automatisiert und somit fehlerfrei erfolgen.

Die Qualität ist in der Regel einfach messbar. Die Anzahl der Fehlaufträge bzw. Fehleingaben vor und nach der Nutzung der Anwendung kann gemessen werden, ebenso die Aufwände und Kosten zur Korrektur der Fehler.

3. Adaptionsrate

Eine weitere Kennzahl zur Bemessung des Erfolges einer mobilen Anwendung ist die Adaptionsrate. Nur wenn eine mobile Anwendung auch tatsächlich genutzt wird, kann sie die Vorteile hinsichtlich Effizienz und Qualität auch erbringen. Gleichzeitig bildet die Adaptionsrate die Skalierung der ersten beiden Faktoren, d. h. die Effizienz und Qualität wird mit der Anzahl der Nutzer multipliziert und ergibt somit die gesamte Optimierung im Unternehmen.

Für die Bewertung einer Investition ist demnach auch entscheidend, wie viele Nutzer eine Anwendung nutzen können und werden. Je größer der potentielle und tatsächliche Nutzerkreis, um so schneller kann sich eine Investition amortisieren.

Weitere Kennzahlen

Neben diesen zentralen Kennzahlen gibt es natürlich viele weitere, die jedoch nicht ohne weiteres gemessen werden können, wie etwa Kundenzufriedenheit oder Kundenbindung. Auch die Zufriedenheit der eigenen Mitarbeiter durch die Nutzung von guten mobilen Anwendungen und eines effizienten Arbeitsablaufes ist quantitativ schwer messbar. Dennoch sind natürlich auch diese Aspekte nicht zu vernachlässigen und sollten bei einer Entscheidung für oder gegen eine Investition berücksichtigt werden.

Fazit

Wie für jedes IT-Projekt sollte auch für eine mobile Lösung zu Beginn eine Kosten-Nutzen-Betrachtung durchgeführt werden. Anhand der oben genannten drei Kennzahlen kann der ROI näherungsweise berechnet werden, zusätzlich sollten weitere Kennzahlen in diese Bewertung mit einfließen. Nach der Umsetzung der mobilen Anwendung sollten dann diese Kennzahlen gemessen werden, um letztlich die getätigten Investitionen auch zu rechtfertigen.

Eine guter Artikel zum Thema ROIs mit einem einfachen Rechenbeispiel findet sich hier.[2]

Quellen:
[1] Enterprise Mobility Exchange: The Global State Of Enterprise Mobility

[2] Enterprise Mobility Blog: How to calculate ROI on Enterprise Mobility Initiatives?

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