Smartphones und Tablets im M-Commerce

Potential im M-Commerce

Die zwei neuen besten Freunde des Menschen sind im Alltag nicht mehr wegzudenken. Smartphones und Tablets breiten sich immer weiter in neue Gebiete aus, die dem Menschen das Leben erleichtern und Unternehmen neue Wirtschaftszweige aufbereiten sollen. So ist es nicht verwunderlich, dass sie auch als mobiler Einkaufswagen immer populärer werden. Die M-Commerce Branche wächst immer weiter an den großen Bruder E-Commerce heran und konnte 2013 sogar eine 200% größere Wachstumsrate verzeichnen.[1]

Mit dem aufstrebenden Trend des M-Commerce geht für die Händler eine Dringlichkeit der Bereitstellung einer mobilen Strategie einher. So haben laut einer Umfrage 61% der Befragten einen besseren Eindruck von einer Marke, wenn sie mit dieser bereits eine positive Erfahrung auf dem mobilen Endgerät in Verbindung bringen können.[1] Dabei stellt sich die Frage, ob es Unterschiede beim Konsumverhalten der zwei ähnlichen und doch so unterschiedlichen mobilen Endgeräte gibt, welche gerne in einem Atemzug genannt werden: Smartphones und Tablets.

Das Smartphone – der ständige Begleiter

Der Nutzungskontext des Smartphones kompakt zusammengefasst:

  • Nutzung größtenteils unterwegs
  • Always-on
  • Zielorientierte Handhabung
  • Kurze, aktive Nutzungszeiten
  • Attribute: Spontanität, Flexibilität, Freiheit, Funktionalität

Wird das Smartphone zum Shoppen verwendet, handelt es sich dabei meist um Recherchen oder Preisvergleiche. Die eingeschränkte User-Experience lässt das elektronische Einkaufen oft unübersichtlich und schwerfällig erscheinen, weshalb sich gesetzte Ziele schnell und effizient abarbeiten lassen sollten. Die gewünschten Informationen müssen deshalb präzise ausgewählt und präsentiert werden.

Des Weiteren ist das Smartphone stark personalisiert. Nur ungern gibt man es einem Fremden in die Hand. Dies bietet wiederum Potenzial für Targeting, ein Thema das in den letzten Jahren immer intensiver erforscht wurde. Der Nutzer kann spezifisch mit angepassten Angeboten angesprochen werden. Dies ist auch dringend notwendig, da aufgrund der kleineren Bildschirmgröße die angezeigten Information gut ausgewählt sein müssen. Hierdurch kann ebenfalls die Konversions-Rate erheblich gesteigert werden, welche im zweiten Quartal 2013 durchschnittlich auf ca. 0,96% berechnet wurde, 1,56% weniger als bei Tablets.[2]

Das Smartphone ist der ständige Begleiter des Menschen. Es wird in den verschiedensten Situationen und Lokationen verwendet, was wiederum eine neue Herausforderung birgt: Die User-Experience sollte an alle Nutzungskontexte angepasst sein. Benutzer neigen dazu, bestimmte Apps in immer wiederkehrenden Situationen zu verwenden. Diese müssen analysiert und in die Entwicklung der mobilen Commerce-Strategie miteingebracht werden, um Flexibilität zu gewehrleisten. Aber auch eine hohe Verfügbarkeit spielt hierbei eine wichtige Rolle.

Das Tablet – Unterhaltung für Zwischendurch

Aufgaben und Nutzungsorte des Tablets:

  • Nutzung größtenteils zu Hause
  • Meist geringere Nutzungsdauer als bei Smartphones
  • Oft als Zeitvertreib verwendet
  • Attribute: Spontanität, Funktionalität, Neugier, Abwechslung

Smartphones werden häufiger mit dem Thema Kommunikation beziehungsweise Telefonieren in Verbindung gebracht als Tablets. Dies ist ein sehr wichtiger Aspekt für den Nutzungskontext. In den meisten Fällen werden Tablets in sogenannten „Laid-back Situationen“ verwendet. Hier liegt auch der Ursprung des Begriffs Couch Commerce. Der Kunde nimmt sich für seine Einkaufsaktionen und -vorhaben mehr Zeit und lässt sich gerne von neuen Ideen inspirieren. Hierdurch entsteht eine komplett andere Atmosphäre im Umgang mit dem mobilen Endgerät. Daraus resultiert der höhere Transaktionskosten-Durchschnitt von 81€. Dies ist ebenfalls ein Grund dafür, weshalb über Tablets mehr materielle Güter gekauft werden, als über Smartphones.[3] 

Außerdem wird das Device des Öfteren von mehr als nur einem User verwendet und nicht selten teilt sich eine Familie ein einziges Tablet. Dies bedeutet, dass beispielsweise Werbung an eine Gruppe aus unterschiedlichen Personen adressiert werden muss und somit viel allgemeiner definiert werden sollte, als bei Smartphones. Das Targeting kann hierdurch nicht so genau vorgenommen werden, wie es bei Smartphones der Fall ist.

Die bessere User-Experience, welche hauptsächlich auf das größere Display zurückzuführen ist, kann zur erhöhten Wahrscheinlichkeit einer positiven Kaufentscheidung führen, denn hierdurch kann mehr Information gleichzeitig übermittelt werden, wodurch das Vertrauen im Nutzer gegenüber dem Produkt gesteigert werden kann. Ein Kauf über ein Tablet ist dreimal wahrscheinlicher als über ein Smartphone.[4]

Fazit

Es ist unschwer zu erkennen, dass die Nutzungskontexte der beiden Endgeräte stark voneinander abweichen. Wie aus der Infographic von invesp zu entnehmen ist, haben 51% der Befragten keinen einzigen Einkauf in den letzten sechs Monaten über ihr Smartphone getätigt. Dieser hohe Prozentsatz darf allerdings nicht als Barriere gesehen werden, sondern als Potenzial, welches es noch auszuschöpfen gilt. Ein Weg dieses Potenzial zu nutzen, liegt sicherlich in der weiteren Erforschung der Nutzungskontexte und einer optimierten mobilen Strategie. Diese Ergebnisse müssen dann in einem Responsive Design oder einer nativen App umgesetzt und hierbei auf die Eigenschaften und Nutzungskontexte des jeweiligen mobilen Endgerätes genauestens eingegangen werden. Nur so können potenzielle Kunden akquiriert werden.

Möchten Sie mehr über das Thema „Optimierung von mobilen Webseiten“ erfahren, könnte Sie auch folgender Blogeintrag interessieren: Mobile-friendly websites boost m-commerce sales.

Quellen:

[1] Baynote: M-Commerce takes off
[2] E-Commerce in Q2: Tablet Traffic as Valuable as Traffic From Computers
[3] Statista: Shopping-Trend Mobile Commerce
[4] Invesp: The Importance Of Mobile Website Optimization [Infographic]

3 Gedanken zu „Smartphones und Tablets im M-Commerce

  1. Harald

    Richtig, eine Welt ohne Smartphone und Tablet ist kaum mehr vorstellbar. Kaum einer geht mehr ohne eines der Beiden Gerätschaften aus dem Haus. Über all Zugriff aufs Internet und die Möglichkeit dieses zu nutzen. Da macht es, wie schon gesagt, Sinn sich vermehrt damit zu beschäftigen wie man den einzelnen User das Erlebnis verschönern kann. Ich persönlich bevorzuge ja die Desktop Variante wenn ich etwas im Internet kaufe. Es vermittelt irgendwie ein Gefühl mehr zu sehen und besser vergleichen zu können.
    Mfg aus einem schönen consulting Büro in Wien,
    Harald

    1. Marc Stauffer

      Hallo Harald,

      die Mehrheit ist momentan deiner Meinung, wie hier zu sehen ist. Allerdings ist auch der Anstieg des M-Commerce deutlich zu erkennen. Man darf gespannt sein, wie sich die Werte in Zukunft verändern.

      Grüße aus Stuttgart

  2. Alexander

    Ich kann ihnen da nur zustimmen.
    Ich arbeite als Kundendienstmanager in meiner Firma und ich kann mittlerweile ohne Handy auch wirklich nicht mehr arbeiten.
    Früher als es noch keine guten Smartphones gab, wurde natürlich alles ausschließlich per Mail geregelt.
    Doch eines Tages haben wir dann bei 7Mobile einen echt guten Tarif für alle hochrangigen Mitarbeiter abgeschlossen. Seitdem wird eigentlich nur noch mit unseren kostengünstigen 7Mobile-Handys kommuniziert. Geht ja auch einfacher, nur klingelt es dann alle zwei Minuten.

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